
ADAC: Handys im Verkehr sind gefährliche Gewohnheit
Ein kurzer Blick aufs Smartphone kann im Straßenverkehr gravierende Folgen haben. Neue Zahlen von ADAC und Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen zeigen: Viele Verkehrsteilnehmer greifen weiterhin während der Fahrt zum Handy.
09.06.2026
Bei einer aktuellen Beobachtung in fünf deutschen Großstädten stellte der ADAC fest, dass 2,7 Prozent der Autofahrer ihr Smartphone während der Fahrt nutzten. Auch Radfahrer und E-Scooter-Fahrer waren betroffen: Hier lag die Quote bei 1,4 Prozent.
Noch höhere Werte ermittelte die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt). Demnach beschäftigten sich 2024 bundesweit 4,5 Prozent der Pkw-Fahrer aktiv mit ihrem Smartphone oder anderen technischen Geräten.
Wenige Sekunden können entscheidend sein
Der ADAC warnt eindringlich vor den Gefahren. Bereits ein zweisekündiger Blick auf das Display kann bei Tempo 50 dazu führen, dass ein Fahrzeug nahezu 30 Meter im Blindflug zurücklegt.
„Wer während der Fahrt Nachrichten liest oder tippt, reagiert gar nicht oder deutlich zu spät auf Gefahrensituationen“, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Die Folge seien oft besonders schwere Unfälle.
Männer greifen häufiger zum Handy
Laut BASt nutzen Männer ihr Smartphone während der Fahrt häufiger als Frauen. Besonders oft wurde beobachtet, dass Fahrer ihr Handy in der Hand hielten, ohne zu telefonieren, oder Geräte im Bereich der Mittelkonsole bedienten.
Auf Autobahnen ist die Smartphone-Nutzung am stärksten verbreitet, gefolgt von Landstraßen. Innerorts werden Handys vergleichsweise seltener genutzt.

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Auch Radfahrer sind betroffen
Nicht nur Autofahrer sorgen für Risiken. Bei Radfahrern registrierte die BASt in 2,4 Prozent der Fälle eine aktive Smartphone-Nutzung. Weitere 8,8 Prozent zeigten Anzeichen einer potenziellen Nutzung.
Gerade auf dem Fahrrad könne ein kurzer Moment der Ablenkung zu schweren Stürzen oder Kollisionen führen, warnt der ADAC.
Forderung nach mehr Kontrollen
Der Automobilclub spricht sich für strengere Kontrollen aus. Als Vorbild gilt Rheinland-Pfalz, das bereits eine Rechtsgrundlage für sogenannte Handyblitzer geschaffen hat. Diese speziellen Kameras sollen Verstöße automatisch erfassen und dokumentieren.
Nach Ansicht des ADAC wird sich das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer nur dann nachhaltig ändern, wenn die Gefahr entdeckt zu werden deutlich steigt.
(Quelle: dpa)
